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Zum Gartenfest beim Bundespräsidenten

Neben Job und Studium an der KH Mainz ist Sophie Petri im Deutschen Roten Kreuz ehrenamtlich aktiv. Für ihren Einsatz wurde sie zum Gartenfest des Bundespräsidenten eingeladen.

Für ihren ehrenamtlichen Einsatz wurde Sophie Petri zum Gartenfest des Bundespräsidenten in Schloss Bellevue eingeladen. (©Sophie Petri)

Seit 2018 leitet Sophie Petri ehrenamtlich das Jugendrotkreuz in Rheinland-Pfalz und ist zudem im Katastrophenschutz aktiv. Verbandsentwicklungsprozesse steuern, Projektarbeit anstoßen und koordinieren, jugendpolitische Themen vorantreiben und die Interessen der Kinder und Jugendlichen im Präsidium vertreten oder Großveranstaltungen planen – all dies zählt zu ihren Aufgaben als Landesleiterin.

Für ihren besonderen Einsatz im Jugendverband, der es auch während der Pandemie ermöglichte, die Arbeit des Verbandes mit innovativen Ideen weiter zu führen, wurde sie vom Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes vorgeschlagen und schließlich zum Gartenfest des Bundespräsidenten am 20.08.2021 im Garten des Schloss Bellevue eingeladen.

„Corona bedeutete für mich und mein Team eine besondere Herausforderung, da wir den Verband durch diese Krise leiten mussten und sich alle Leitungskräfte auf Bezirk-, Kreis- und Ortsebene durch uns Orientierung und Sicherheit erhofft haben. Wir mussten unsere Aktionen von Präsenz in die digitale Welt legen. Themen wie psychische Gesundheit, häusliche Gewalt, Armut oder Ängste der Kinder und Jugendlichen galt es zu bearbeiten und gleichzeitig mussten unsere Leistungskräfte befähigt werden, ihre Gliederungen durch die Krise zu führen. Das hatten wir noch nie, weshalb wir uns auch nicht an unseren Vorgängern orientieren konnten“, berichtet Sophie Petri.

Seit 2015 studiert Sophie Petri im Fachbereich Gesundheit und Pflege und arbeitet aktuell an ihrer Masterthesis im Bereich Klinische Expertise. Zudem ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt FAMOUS der KH Mainz tätig. Durch das Jugendrotkreuz habe sie schon früh festgestellt, dass ihr soziale Themen aus dem Bereich der Jugendpolitik und dem Gesundheitswesen Spaß bereiten und dass sie auch beruflich gerne im sozialen Bereich mit Menschen zusammenarbeiten möchte, erzählt Sophie Petri. „Auf Sanitätsdiensten oder in Katastrophenschutzeinsätzen habe ich festgestellt, dass es mir liegt, dass ich es gut kann und dass es mir Freude bereitet, mit Menschen gemeinsam existenzielle Krisen zu bewältigen und Ausnahmesituationen zu durchleben und dabei durch ehrenamtliche Arbeit eine Stütze zu sein. Also hat sich dies auch in meinem Berufswunsch niedergeschlagen und ich bin in die Pflege gegangen. Dann habe ich die Möglichkeit des Studiums genutzt und arbeite nun im Schwerpunkt in der psychiatrischen Pflege, wo ich tagtäglich existenzielle Krisen mit Patientinnen und Patienten bewältigen darf.“ Durch die Arbeit auf Landesebene habe sie zudem viele Einblicke in die Gremien- und Projektarbeit, themenpolitische Arbeit oder Konzeptentwicklung gewinnen können. „Für die Arbeit im Forschungsprojekt FAMOUS sind die Kompetenzen und Erfahrungen aus dem Ehrenamt daher definitiv ebenfalls eine Hilfe“, betont Sophie Petri.

Roter Teppich, gute Musik, tolles Essen und ein Bundespräsident zum Anfassen – für Sophie Petri wird das Gartenfest ein unvergessliches Erlebnis bleiben. „Besonders berührt hat mich, dass Herr Steinmeier alle Ehrenamtlichen explizit aufgefordert hat, sich feiern zu lassen und den Abend zu genießen. Er wisse, dass er Macher vor sich habe, denen es schwer fällt, sich mal zurückzulehnen. Und da hat er schon recht. Ehrenamt ist Ehrensache und das leben die vielen Ehrenamtlichen, sodass es für uns selbstverständlich ist, dass wir uns engagieren“, betont Sophie Petri.  Aber eigentlich sei dies gar nicht so selbstverständlich und die Ehrenamtlichen sollten ruhig häufiger auch mal selber innehalten und stolz auf das Außergewöhnliche sein, was sie jeden Tag in verschiedenen Formen leisten. „Das nehme ich mit - dass ich es mir und meinen Kolleginnen und Kollegen ab und an noch bewusster mache, dass unsere ehrenamtliche Arbeit nicht selbstverständlich ist und dass wir uns öfter feiern und feiern lassen sollten“, lacht Sophie Petri.